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Musik gehört zu meinem Leben
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Musik war immer
ein wichtiger Teil meines Lebens, und zwar als Zuhörer wie als selber
Musizierender. Mein Interesse war und ist dabei - wie in vieler anderer Beziehung
auch - ein
ausgesprochen breites, sowohl was die gehörten Musikstile und Interpreten
anbetrifft, wie auch bezüglich der selber gespielten Instrumente. Als
Konsequenz war ich aber auch nie irgendwo wirklich gut. Das gilt bis heute.
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Angefangen hat es
in der frühen Primarschule mit vielen Jahren Unterricht in C Blockflöte. An
einer Vortragsübung hörte ich dann eine Solo-Cellistin. Der Klang dieses
Instruments berührte und faszinierte mich dermassen, dass ich Violoncello zu
spielen begann und während meiner Mittelschulzeit im Kantonsschulorchester
mitwirkte. I spielte auch Gitarre und etwas Banjo, vor allem zur
Liedbegleitung in Jugendgruppen und Lagern, wo wir damals sehr viel (und sehr
laut) sangen: alte Studentenlieder, Chansons, Folk, Spirituals usw. Unterricht in
Akkordeon und später in elektronischer Orgel und Klavier eröffneten mir die Welten von
Volksmusik über Swing bis hin zur Tanzmusik. Im eigenen Religions- und
Konfirmandenunterricht arbeitete ich mit Orff-Instrumenten, liess meine
Schülerinnen und Schüler zu Psalmen improvisieren und biblisch inspirierte Klangwelten
schaffen. Zwei Mundharmonikas begleiteten mich regelmässig für romantische
Abende auf Kanutouren und auf Reisen in ferne Kontinente.
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Meine Entdeckung der norwegischen
Ten Sing Bewegung, deren Einführung
in der Schweiz und später deren Förderung in ganz Europa brachte mich in Kontakt
mit der Rock und Pop Musik der Gegenwart und den damit verbundenen
Jugendkulturen. Heute setze ich mich in unserer Kirche dezidiert ein für die
Förderung einer breiten Palette populärer und traditioneller Musik in
Gottesdienst und kirchlichen Aktivitäten. Ich trage Verantwortung für
die Arbeitsstelle Populäre
Musik, die Evangelische Kirchenmusikschule EKMS
und die
Musikakademie St. Gallen.
Unsere Kirche ist heute der schweizweit einzige Anbieter einer staatlich
anerkannten professionellen Ausbildung in populärer Kirchenmusik.
Zur Bedeutung von Musik siehe auch meine Rede: "Musik
verbindet Menschen von Seele zu Seele" und meinen Text "Musik
berührt die Menschen in ihrem Herzen".
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Die Liebe zum Saxophon kam in
der Lebensmitte
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Die Liebe zum Saxophon entbrannte in meiner Lebensmitte. Wieder war es eine Begegnung mit Menschen,
welche die Leidenschaft in mir wach rief. Auf einer meiner
Velotouren in
Südeuropa besuchte ich in Spanien das
Konzert eines Saxophonquartetts junger Saxlehrer. Sie spielten Stücke von Johann Sebastian Bach über
Isaac Albéniz bis Dizzy Gillespie. - Und wie bei meiner ersten Begegnung mit
dem Cello war ich hingerissen vom tiefen, alles zum Schwingen bringenden Ton
des Bariton-Saxes. Das musste ich lernen!
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Ich suchte mir einen Saxophonlehrer, begann mit
Tenorsax, bald darauf mit Bariton, ergänzt durch Ausflüge zu anderen Saxtypen,
speziell dem Soprano. Heute spiele ich zum eigenen Vergnügen und mit Freunden
alles Mögliche von Evergreens
und Standards über Gospel, Blues, Swing und Be-Bop bis hin zu Elton John, Robbie
Williams und Rainhard Fendrich. Ein für mich neues und herausforderndes Feld war
und bleibt die freie Improvisation.
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Jazz Grössen und die Faszination von Vintage Saxophonen
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Wie immer taten sich für mich mit dem neuen Thema
auch ganze neue Welten auf. Musikalisch jene der grossen Jazzmusiker, ihrer Stile und
Aufnahmen, heute auf CDs mit hervorragendem Klang zugänglich. Dann der Reichtum
der Jazz- und modernen Harmonielehre. Aber auch die
spannende Geschichte der Saxophone selber - samt der Faszination von
altehrwürdigen Vintage Instrumenten, von denen ich ein vergoldetes
Martin Handcraft Baritonsaxophon (tief Bb) von 1925 und ein Conn C-Melody aus
den Zwanzigerjahren besitze. - Eine grossartige musikalische Welt!
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Meine Wiederentdeckung des Banjo
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Eine live Begegnung mit
Sean Moyses
und seinem virtuosen Spiel auf dem 4-saitigen Plectrum Banjo rief mir vor
einiger Zeit meine jugendlichen Versuche auf dem Banjo in Erinnerung. Ich begann
mich mit der faszinierenden Geschichte des Banjo zu beschäftigen: Von seinem
westafrikanischen Ursprung und seiner Reise mit den Sklaven in die USA, über die
Reduktion des 5-saitigen Banjos des 19. Jahrhunderts zum 4-saitigen, mit dem
Plectrum gespielten Rhythmusbanjo im frühen New Orleans Jazz der 20er Jahre und
im Dixieland, die Verwendung des 5-Saiters in der amerikanischen Old Time Music
(Frailing, Clawhammer Stile), die Entwicklung des 3-Finger Scruggs-Style im
entstehenden Bluegrass der späten 40er Jahre, die Banjo-Verwendung im Folk Revival
der 60er Jahre (Pete Seeger), bis hin zu modernen Interpreten wie
Béla Fleck oder den in
der Schweiz aufgewachsenen
Krüger Brothers, die das Banjo auf kreativste Weise in allen möglichen
musikalischen Kontexten und Stilrichtungen einsetzen.
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Wie immer reichte mir das blosse Musikhören und
Lesen nicht. So zupfe ich heute im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten
neben Gitarre auch Banjo, unter anderem ein Deering
Tenbrook mit einem Jens Krüger Tonring der Schweizer Glockengiesserei Rüetschi in Aarau.
Die Beschäftigung mit amerikanischer Old Time Music brachte mich auch in Kontakt
mit
George Orthey, einem der grossen Pioniere der diatonischen Autoharp, einem
typisch amerikanischen Instrument.
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Banjola - ein faszinierendes
neu entwickeltes Instrument
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Die Beschäftigung mit Banjos und deren Geschichte
brachte mich in Kontakt mit Edward Dick, einem Instrumentenbauer in Colorado,
der seit Ende der 90er Jahre unter dem Namen
Banjola eine Art Banjo
mit Mandolinkorpus entwickelte. Er baute mir eine 6-saitige Banjola mit
Nylonsaiten und einer Fichtendecke aus Bergün (Graubünden) - ein wunderbares
Instrument mit einem trotz des kleinen Körpers vollen Ton und einem sehr
entspannenden, ja meditativen Charakter - ideal für späte Abende und Nachstunden. Banjola spielen sieht man mich
hier.
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Zusammengefasst: Eine wundervolle, sich stets
erweiternde Welt der Musik! So interessant und bereichernd! |
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18.07.10
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