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Der CVJM St. Gallen 1979-1986

"Christliche Jugendarbeit mit Qualität"

 

 

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Artikel zur 150 Jahrfeier des CVJM St. Gallen
Cavayom ImPuls 2/03, 21. Juni 2003
Pfr. Dr. Dölf Weder

 


Wundervolle Menschen und nachhaltig prägende Erlebnisse

Meinen eigenen inneren Bildern folgend würde ich in grosser Dankbarkeit am liebsten titeln „Wundervolle Menschen und nachhaltig prägende Erlebnisse“. Und wahrscheinlich war das auch in dieser Zeitperiode das Wichtigste, was die vielen Hundert junger Menschen und ich selber im CVJM St. Gallen erlebten: Farbiges, gemeinschaftliches Leben, freundschaftliche Verbundenheit, gegründet im christlichen Glauben.

Der CVJM St. Gallen hatte 1979 ein grosses Potential, das es zu entwickeln galt. Auch er war zwar gebeutelt vom tief greifenden gesellschaftlichen Wandel nach 1968, aber namentlich Sekretär Fredy Brunner hatte während seiner Amtszeit zwei entscheidende Voraussetzungen für eine neue Blüte geschaffen: die Bereitstellung des Hinterhauses Florastrasse 14a für die Jugendarbeit und die Förderung einer engagierten, kompetenten und durch freundschaftliche Bande miteinander verbundenen Leiterschaft. Als praktisch einziger CVJM in der Schweiz war der St. Galler Verein zudem nicht reduziert worden auf bloss noch ein oder zwei Programmtypen. Er verstand sich nach wie vor als eine Art Spielfeld, auf dem je nach vorhandenen Menschen und Bedürfnissen nach gewissen Grundregeln ganz verschiedene „Spiele“ gespielt werden konnten. Das erleichterte gewaltig die notwendige Entwicklung gezielt zugeschnittener, innovativer Programmideen für eine zunehmend pluralistische, individualistische und Ansprüche stellende Jugend.

Selber war ich seit den Zeiten von Paul Ganz („PGs“) in allen möglichen Abteilungen Mitglied, Leiter und Praktikant gewesen und konnte so an viele Beziehungen und Erfahrungen anknüpfen. Ich hatte als Theologe über „Christliche Jugendarbeit“ doktoriert – „Christliche Jugendarbeit ist entweder eine Form von Christusgemeinschaft oder sie verfehlt sich selbst“ – und verfügte als Vertreter der Schweiz im Europäischen CVJM Bund (dessen Generalsekretär ich später für 1990-1999 werden sollte) über zahlreiche internationale Kontakte, die sich namentlich für die Entwicklung der Ten Sing- und der internationalen Lagerarbeit als unabdingbar erwiesen.

 

Christliche Identität, Fokussierung auf Bedürfnisse und professionelles Handeln

Die Zeit und ihre Ansprüche erforderten eine klare, aber offene christliche Identität, eine zielgerichtete Fokussierung auf die Bedürfnisse junger Menschen und professionelles Handeln. Vor allem letztere Forderung und die Ausweitung der Aktivitäten führten anfangs zu manch engagierten Diskussionen im Vorstand. Dieser wurde vom Präsidenten Hansueli Bosshart stets ruhig, kompetent und beherzt geführt. Langjähriger treuer und vieles ermöglichender Kassier war Walter Härri. Das Ziel hiess „Christliche Jugendarbeit mit Qualität“ – christlich sollte sie sein, auf die Bedürfnisse der Jungen konzentriert (kein Rückzug auf Kinderarbeit) und hohen Qualitätsansprüchen genügend.

Entscheidend war natürlich ein hochkarätiges Leiterteam, denn Jugendarbeit ist immer nur so gut, wie die sie Leitenden. 1986 bestand es in ganz verschiedenen Funktionen aus rund hundert, zum grossen Teil jungen Menschen („Jugend führt Jugend“), aufgebaut nach dem Prinzip einer Pyramide: Jedes Leitende war nach Möglichkeit seinerseits Glied einer Gruppe auf höherer Ebene, so dass auch dessen eigenen Bedürfnissen mit speziellen Programmen entsprochen werden konnte.

Auf der administrativen Seite arbeiteten Maja Egloff, gefolgt von Heidi Bützberger, Marty Walser und Regula Leumann (sie war später 1990-1999 Leiterin des Administrativsekretariates des Europäischen CVJM Bundes). Dank dem grossen Einsatz von Vorstandsmitglied Felix Böniger, einem engagierten Basarteam mit gesamthaft gegen hundert Involvierten (Ertrag 1986: Fr. 43'800) und neuen Vereinbarungen mit den städtischen Kirchgemeinden konnte 1981 auf der Jugendarbeitsseite zusätzlich Peter Bürki als Praktikant und später als Jugendsekretär finanziert werden. Peter brachte mit seiner Jugendlichkeit eine enorme Dynamik ein und prägte den CVJM St. Gallen bis 1986 ganz entscheidend mit (er wurde später Präsident der europäischen Ten Sing Arbeit). Ihm folgte der junge Lehrer und Spielpädagoge André Allenspach. Speziell die Mädchen unterstützte 1984/85 die Heimerzieherin Monika Ohnemus-Stern mit einem 50% Pensum. 1985 absolvierte Magdi Wachter ein Praktikum mit Schwerpunkt Jugendgruppenarbeit, und ab 1986 war die Lehrerin Irène Spitz für Mädchenarbeit verantwortlich. Anlässlich eines Besuches in Norwegen beim durch mehrjährige Austauschprogramme befreundeten CVJM Kongsberg gelang es mir, für die Jahre 1985/87 einen Volontär zum Aufbau von Ten Sing Arbeit zu gewinnen. Tom Olav Guren eroberte mit seinem breiten Lachen, seinem Charme und mitreissenden Ten Sing Shows die Herzen der St. Galler im Sturm – und mit der Ten Sing Idee bald auch den Rest der Schweiz. Ten Sing nahm mit den Elementen poppiger Jugendchor, Band, Tanz- und Theatergruppe die Jugendkultur ernst und brachte zu wichtigen menschlichen Themen mitreissende Shows auf Bühnen und in Kirchen. Schnell 90 Jugendliche zählend, wurde bereits 1986 die erste Auslandtournée nach Deutschland und Norwegen organisiert.

Die Jungschar-, Chnöpfli-, Jugendgruppen- und Hauskreisarbeit blieben weiter wichtige Stand­beine und profitierten namentlich in der Leiterausbildung von einer guten Zusammenarbeit mit der CVJM Region Ostschweiz. Die Handballabteilung stieg 1983 mit ihrer ersten Mannschaft in die Nationalliga B auf und war stets mit drei bis vier Mannschaften im Juniorenhandball vertreten. Neben dem Aufbau von Basketball- und Volleyball-/Plauschsportabteilungen, jugend- und kirchenpolitischen Engagements, der Übernahme der Geschäftsführung Stiftung CVJM Ferienheim La Punt in einer kritischen Phase ihrer Geschichte, Ideen für einen ersten Dreilindensponsorlauf und manchen kleineren Initiativen (und natürlich auch Misserfolgen) ist für diese Periode ein namhafter Ausbau der Lagerarbeit mit 15- bis 25-Jährigen zu melden. Das war möglich dank verschiedenen Sportlagern und einem Konzept relativ kleiner, selbst bestimmter Gruppen, die vornehmlich im Ausland und oft in internationaler CVJM-Zusammenarbeit unterwegs waren, ein wertvolles Stück interkulturellen Lernens. Die Krone bildete das „Challenger“-Programm für eine Elite wiederkehrender Camperinnen und Camper – meine persönliche Leidenschaft, der Erlebnispädagogik verpflichtet. Diese abenteuerlichen Lager führten, ausgerüstet mit Leichtzelten und Benzin­kochern, zu Fuss, im Velosattel oder Kanu unrekognosziert kreuz und quer durch Europa und bildeten eine intensive Leiterschulung in Kleingruppen.

Alle diese Entwicklungen erforderten 1983 das Zügeln des administrativen Teils des Vereinssekretariates ins Vorderhaus Florastrasse 14. 1982 wurde der CVJM/F St. Gallen zudem zum CVJM St. Gallen, zum Christlichen Verein Junger Menschen.

 

Ein bisschen Statistik

1986 meldeten die Hauszeitschrift „Flora“ (Auflage 3300 Exemplare, durch Inserate praktisch selbsttragend) und der jährlich allen St. Galler Jugendlichen und Ehemaligen zugesandte Lagerprospekt die folgenden Statistiken für 1985: Wöchentlich an Programmen teilnehmende Jugendliche: ca. 400; Mitarbeit in Erwachsenengruppen: ca. 160; Lagerteilnehmende: ca. 500; Vollzeiter-Stellen: 5; Total der Mitglieder CVJM St. Gallen nach Statuten (inkl. Lager-, Gönner-, Passivmitglieder usw.): ca. 3200. Finanzieller Umsatz 1985 (ohne Lager): Fr. 291’000.

 

Christliches Leben und Verantwortungsübernahme

Als Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen sehe ich heute noch deutlicher als früher, wie wichtig die CVJM Arbeit für die jungen Menschen, für die Gesellschaft und für die Kirchen ist. Viele ihrer heute tragenden Glieder und Mitarbeitenden kommen aus dem CVJM; ich gehöre auch dazu. Hier lernten wir christliches Leben und Verantwortungsübernahme. Möge der CVJM St. Gallen auch weiterhin – mit dem Leitwort der Kantonalkirche gesagt – eine Bewegung „nahe bei Gott – nahe bei den Menschen bleiben!

 

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Inhalt

Wundervolle Menschen und nachhaltig prägende Erlebnisse

Christliche Identität, Fokussierung auf Bedürfnisse und professionelles Handeln

Ein bisschen Statistik

Christliches Leben und Verantwortungs-übernahme

 

Wahrscheinlich war auch in dieser Zeitperiode das Wichtigste: Farbiges, gemeinschaftliches Leben, freundschaftliche Verbundenheit, gegründet im christlichen Glauben.

 

 

Der CVJM St. Gallen verstand sich stets als eine Art Spielfeld, auf dem je nach vorhandenen Menschen und Bedürfnissen nach gewissen Grundregeln ganz verschiedene „Spiele“ gespielt werden konnten.

 

 

 

Die Zeit und ihre Ansprüche erforderten eine klare, aber offene christliche Identität, eine zielgerichtete Fokussierung auf die Bedürfnisse junger Menschen und professionelles Handeln.

 

 

 

Jugendarbeit ist immer nur so gut wie die sie Leitenden.

 

 

 

Internationale Kontakte erwiesen sich namentlich für die Entwicklung der Ten Sing- und der internationalen Lagerarbeit als unabdingbar.

 

 

 

 

Ten Sing nahm mit den Elementen poppiger Jugendchor, Band, Tanz- und Theatergruppe die Jugendkultur ernst und brachte zu wichtigen menschlichen Themen mitreissende Shows auf Bühnen und in Kirchen.

 

 

 

 

Ein namhafter Ausbau der Lagerarbeit mit 15- bis 25-Jährigen war möglich dank verschiedenen Sportlagern und einem Konzept relativ kleiner, selbst bestimmter Gruppen, die vornehmlich im Ausland und oft in internationaler CVJM-Zusammenarbeit unterwegs waren, ein wertvolles Stück interkulturellen Lernens.

 

 

 

Die CVJM Arbeit ist für die jungen Menschen, für die Gesellschaft und für die Kirchen wichtig. Viele ihrer heute tragenden Glieder und Mitarbeitenden kommen aus dem CVJM; ich gehöre auch dazu. Hier lernten wir christliches Leben und Verantwortungs-übernahme.